Freizeitmobilität und Wohnsituation

Eine empirische Untersuchung zum Einfluss von Wohnsituation und Wohnzufriedenheit auf die Freizeitmobilität junger Menschen


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2000-12

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Die Wirkung von raumplanerischen Leitbildern wie das der Nutzungsmischung, der Dichte oder der Stadt der kurzen Wege auf die Entstehung von Freizeitverkehr ist umstritten: Während Befürworter in siedlungsstrukturellen Konzepten einen auf die Ursachen bezogenen Ansatz zur Reduzierung des Personen-Verkehrsaufwandes sehen, argumentieren Kritiker, dass die Zuordnung von Funktionen nicht eine verkehrssparende Nutzung garantiere, und dass abzusehen sei, dass die Bewohner gemischter Quartiere Ziele in ganz anderen Quartieren aufsuchen würden (BfLR 1997, S. 23). Es erscheint insbesondere fraglich, ob das Vorhandensein von Freizeitgelegenheiten die Quartiersbewohner auch tatsächlich zu deren Nutzung anregen. Darüber hinaus werden in der Diskussion um raumplanerische Leitbilder Bedenken darüber geäußert, dass eine Mischung der Funktionen und besonders eine höhere Bebauungsdichte in Wohnbereichen zu einer Beeinträchtigung der Wohnqualität führe. Auch von Seiten der Wohnpsychologie wird eine wichtige Ursache für Freizeitmobilität in der individuellen Wohnsituation gesehen: Unbefriedigende Wohnbedingungen können demnach zu einem verstärkten Fluchtwunsch und zu Freizeitaktivitäten an anderen Orten führen (vgl. Fuhrer 1993; Fuhrer und Kaiser 1994). Es wird dargestellt, in welchen Fällen Menschen auf eine unbefriedigende Wohnsituation mit einem erhöhten Bedürfnis nach Freizeit an anderen Orten reagieren. Damit wird in erster Linie nach den Ursachen von Freizeitmobilität gefragt. Kern der Überlegung ist eine Rückführung des realisierten Freizeitverhaltens auf Bedürfnisse bzw. Interessen (wie z.B. Kommunikation, Erholung und Naturerleben, kreative Entfaltung) und Emotionen (wie z.B. Sicherheit, Erregung und Autonomie nach dem Emotionsmodell von Bischof (1989). Grundlage bilden qualitative Untersuchungen im Rahmen einer Diplomarbeit zum Freizeitund Mobilitätsverhalten von Angehörigen aus dem Selbstverwirklichungsmilieu (20-40-jährige Personen mit höherer Bildung) nach Schulze (1990 und 1992). Für diese Bevölkerungsgruppe, die einen ausgesprochen verkehrsintensiven Lebensstil aufweist, werden verschiedene Bedürfnisse als Determinanten der Freizeitmobilität aufgedeckt. Diese wirken in Abhängigkeit von der Lebenssituation und von unterschiedlichen emotionalen Ansprüchen auf die Bewertung und Nutzung von Freizeitgelegenheiten im Wohnumfeld und damit auf die Entstehung von Freizeitmobilität. Angelehnt an diese Zusammenhänge wird aufgezeigt, wie und in welchem Umfang das Freizeitverhalten durch räumliche Planung beeinflusst werden kann.

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54

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IVT, ETH Zürich

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Artec; Universität Bremen; ETH Zürich; Nutzungsmischung; Wohnsituation; Wohnumfeld; Umwelt; Freizeitverkehr – Freizeit; Lebensstil; Institut für Verkehrsplanung und Transporttechnik; Strassen- und Eisenbahnbau (IVT); Dichte; Freizeitmobilität; Wohnqualität; Selbstverwirklichungsmilieu; Forschungszentrum Arbeit; Technik; Wohnzufriedenheit

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